Kontrastreich in die neue Saison

 

Gymnasiasten präsentieren ihre Werke in der Städtischen Galerie

Wurzen. Schüler des Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums haben in der Städtischen Galerie mit Domizil im Alten Rathaus am Markt die Ausstellungssaison 2013 eröffnet. "Kontrast-Reich" nennt sich die Exposition, in der Elf- und Zwölftklässler ihre Arbeiten aus dem Kunst-Leistungskurs vorstellen, die noch bis zum 10. März zu sehen sind.
Der Ausstellungstitel war für die Kunsterzieher und -lehrer Programm. "Darauf legen wir immer sehr großen Wert. Dass die Arbeiten sehr kontrastreich sind, dass damit eine Spannung aufgebaut wird, und dass die Werke zum Verweilen beim Betrachten einladen, um die verschiedenen Aspekte der Arbeit zu erkennen", sagt Heike Hofmann stellvertretend für das mehrköpfige Pädagogenteam, das die jugendlichen Künstler betreut hat. Und so sind Werke im Bereich der Malerei entstanden, bei denen Acrylfarben zum Einsatz kamen, Bleistifte sowie Pastell- und Ölkreiden, Fineliner, Tusche und Federn. Zudem werden Fotografien und Collagen gezeigt, aber auch diverse Kunstobjekte. Dafür sind differenzierte Vorgaben gemacht worden, erklärt Heike Hofmann.
"In der elften Klasse ist mit einem Thema in Kombination mit verschiedenen Techniken begonnen worden. Gerade in dieser Klassenstufe sind viele Hinweise zur Herangehensweise möglich, weil die Schüler relativ gut zu führen sind. Inwieweit das jeder für sich aufgreift, um dabei eine eigene Handschrift zu entwickeln, ist eine andere Sache", lässt die Lehrerin Freiräume zu. Ein Beispiel seien Naturstudien mit Bleistift von Pflanzen, "die eben nicht für ein Biologiebuch gemacht worden sind, das muss man wissen." Erst in der zwölften Klasse seien "die strengen Vorgaben" zurückgenommen worden. So sind etwa 90 Exponate entstanden, die Sabine Jung, Leiterin des Museums Wurzen, als "fruchtbare Linie" bezeichnet. "Mich beeindruckt besonders das Spektrum der Techniken, die handschriftlich gekonnt sind."
Laura Reinhard und Christin Fischer kreierten einen indianischen Kopfschmuck. Was sie als "Schamanen-Krone" vorstellen, entstamme aber keiner realistischen Vorlage. "Wir wollen unsere Verbundenheit mit einem der letzten Naturvölker dokumentieren. Und mit dem Einsatz von Naturmaterialien soll die Vergänglichkeit zum Ausdruck kommen." Martin Wetzig, er ist einer der wenigen Jungs im Kunst-Leistungkurs, konnte seine Leidenschaft, das Zeichnen in der Freizeit, für ein interessant gestaltetes Bild einbringen. Das Ergebnis sind mit Kreide gezeichnete farbintensive Lampionblumen. "Damit wollte ich einen farblichen Kontrast schaffen und hoffe, dass es mir gelungen ist." Und ob, denn die in Mosaikform aufgeteilten Blumen verstärken den gewollten Kontrast.
Mit venezianisch anmutenden Masken vor dem Gesicht zeigen sich Arila Kanitz und Pauline Rentzsch in einer Performanz zur Vernissage. Beide Zwölftklässlerinnen gehören zu einem ganzen Team, das sich fiktiv in einer Galerie Gemälde anschaut und surreal mit den Figuren der Bilder Verbindung aufnimmt. "Damit gehen wir auf alle Formen der Darstellung ein. Ganz gleich, ob sie bedrohlich oder fröhlich auf den Betrachter wirken", erklärt Antonia Jung. "Mein Eindruck ist, hier sind ganz tolle Werke entstanden. Und man hat das Gefühl, dass noch mehr Potenzial dahintersteckt", urteilt Angela Heine als ein Elternteil unter den Gästen.                                                                                                                                     Frank Schmidt
 


 

Kontrastreich: Martin Wetzig nutzt seine Leidenschaft, das Malen, zum Spiel mit den Farben und Konturen.
 
Schamanen-Krone: Laura Reinhardt (l.) und Christin Fischer stellen künstlerisch die Unvergänglichkeit dar.
 
Kunstvoller Rahmen: Dafür sorgen Arila Kanitz (l.) und Pauline Rentzsch.
 
Performanz zur Vernissage: Mit ihrem Tanz gehen die Schüler eine traumhafte künstlerische Verbindung mit ihren selbst geschaffenen Kunstobjekten ein.Fotos: Frank Schmidt