Gewusel unterm Tannenbaum

Schüler und Lehrer des Wurzener Gymnasiums machen Foyer zum Weihnachtsmarkt

VON FRANK SCHMIDT

Wurzen. Alle Jahre wieder wird an einem Tag vor den Weihnachtsferien das Foyer im Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums Wurzen zum Mekka für unzählige Wichtel. Schüler und Lehrer veranstalten ihren eigenen Weihnachtsmarkt. Mit Schwerpunkt darauf gerichtet, „ein Ort der Begegnung zu sein“, versuchte Heidrun Liebold vom Organisationsteam den ersten Eindruck zu relativieren.

Denn trotz Tannenbaum und Lichterschein hier und da fehlte es in dem Gewusel an vorweihnachtlichem Flair. Denn im Vordergrund stand das Feilbieten von Waren, Speisen und Getränken verschiedenster Art. Kinderpunsch, Ofenkartoffeln, Waffeln, Plätzchen, Leb- und Pfefferkuchen, aber auch belegte Brötchen, Roster und Steaks – einfach alles, was die Kinder und Jugendlichen mithilfe ihrer Eltern selbst machen oder organisieren konnten, wurde verkauft. Vereinzelt luden auch Bastelstände zum Mitmachen ein. „Wenn es die Weihnachtsmänner nun doch nicht gibt, dann kannst Du sie hier für 50 Cent selber malen“, lautete eine Einladung, die genauso kreativ war wie das Mitmachangebot selbst.

Die Einnahmen bleiben übrigens im Haus und werden zum größten Teil den Schülern zugutekommen. „20 Prozent davon fordert das Organisationsteam“, berichtete Heidrun Liebold von einer einvernehmlichen Regelung aller am Weihnachtsmarkt Beteiligten. „Mit diesem Geld unterstützen wir dann zwei Projekte. Zu gleichen Teilen werden der Förderverein des Gymnasiums und die Wurzener Tafel begünstigt“, versicherte die Lehrerin für Mathematik und Geografie. Und die restlichen 80 Prozent fließen in die jeweiligen Klassenkassen. „Zum Beispiel für den Wandertag“, sagte Luis Bohne aus der 7 d im Weihnachtsmannkostüm und mit selbst gebackenen Pfefferkuchenherzen in der Hand. Und dann plauderte er noch aus dem Nähkästchen. „Ich weiß nicht, wer bisher bei uns den Weihnachtsmann gespielt haben soll – den wird es wohl doch geben“, meinte Luis augenzwinkernd. In der 6 a werden die Einnahmen aus Naschereien teils einem Tierheim gespendet und für eine Exkursion verwendet, wusste Moritz Aé. Dass die Teenager mit ihren Offerten nicht nur manchen Wunsch erfüllen wollten, sondern auch haben, bestätigte Pauline Lehne. „Mein Wunsch ist ein Handy, aber der wird nicht in Erfüllungen gehen“, schätzte sie realistisch ein. „Weil ich erst mit 12 ein Handy kriege, da muss ich wohl noch zwei Jahre warten“. Die realistische Alternative wäre „ein schönes Buch“, fügte das Mädchen an.

Letztlich gab es doch noch Indikatoren für weihnachtliche Atmosphäre . Sarah Naumann und Vanessa Neumann waren – als Engel verkleidet – und posierten an der Seite des Weihnachtsmannes, alias Julian Schulz mit den Besuchern vor der Kamera von Laura Heine, um mit dem Erlös den Abi-Ball finanzieren zu helfen. Und zum Schluss gab es in der Aula ein festliches Weihnachtskonzert, das von Schülern und Lehrern gestaltet wurde. Frank Schmidt

Wmarkt2Hingucker: Sarah Naumann, Julian Schulz und Vanessa Neumann modeln weihnachtlich kostümiert für den Abi-Ball. Foto: Frank Schmidt