Magnus Gottfried Lichtwer - ein deutscher Fabeldichter

geb.: 30. Januar 1719 in Wurzen
gest.: 7. Juli 1783 in Halberstadt

Vater Magnus Gottfried Lichtwer (sen.), Doktor der Rechte, war Direktor der Lateinschule auf dem Domplatz zu Wurzen, seine Mutter, Dorothea Magdalena, geb. Wichmannshausen, entstammte einer angesehnen Quedlinburger Familie. 

 

Nach dem Tod des Vaters (1721) und dem Tod der Mutter (1737) ermöglichte ihm sein Vormund, der Stiftskanzler Zahn, ein Studium (Jura, Philosophie, Geschichte) an der Leipziger Universität. Mehrere Reisen durch Sachsen führten ihn 1743 an die Universität zu Wittenberg, an der er seine Rechtsstudien vorsetzte.
1744 erlangt er die juristische Doktorwürde und einige Tage später wird er Magister der Philosophie.
Durch einen Unfall in Wittenberg verliert M.G.Lichtwer fast sein Augenlicht.
Seit 1747 beschäftigt sich Lichtwer zunehmend mit wissenschaftlichen Auffassungen von Christian Wolffs Philosophie zur Logik und Grundsätzen des Römischen Recht.
Gesundheitliche Schwierigkeiten und Probleme hielten M. G. Lichtwer nicht von erfolgreichen juristischen Publikationen ab.
Mit dem Jahr 1747 wird eine bisher unbekannte Seite Lichtwer zunehmend an Bedeutung gewinnen, er schreibt und veröffentlicht, bei Wolfgang Deer in Leipzig, die Fabeldichtung "Vier Bücher Aesopischer Fabeln in gebundener Schreib-Art" (1748).
1749 heiratet M. G. Lichtwer die Tochter seiner Wittenberger Wirtin, Henriette Sophie Albinus, und übersiedelt endgültig nach Halberstadt. Zwischen 1750 und 1755 wurden der Familie Lichtwer drei Töchter geboren. M. G. Lichtwer widmete sich in den folgenden Jahren intensiv der Erziehung und Bildung seiner Töchter.
Mit der Ernennung Lichtwers zum "Wirklichen Königl. Regierungsrat im Fürstentum zu Halberstadt" war sein freie Zeit für Dichtkunst sehr beschränkt. 1751 findet der  Fabeldichter Lichtwer in Johann Christoph Gottsched einen Freund und Bewunderer.
1760 übernahm Lichtwer eine Konsistorialratsstelle und das Amt eines Kriminalrichters. 

Eichholz, F.W. : Magnus Gottfried Lichtwer Leben und Verdienste. Halberstadt, 1784 
Lichtwer, M.G. : Schriften, Hrsg. von seinem Enkel Pott, mit einer Vorrede und Biographie Lichtwers von Friedrich Cramer, Halberstadt, 1828 
Magnus Gottfried Lichtwer - Der Fabeldichter aus Wurzen, Achtzehn Fabeln mit Radierungen von R. Zieger und einer biograph. Studie von H.-J.Moltrecht, Hrsg. Redaktion Rundblick und Kulturbund, Wurzen 1982